Narkose

Die klassische Form der Vollnarkose ist die Intubationsnarkose. Über eine Infusion oder über die Atemluft wird ein Narkosemedikament bzw. Narkosegas verabreicht, das ein schnelles und angenehmes Einschlafen bewirkt. Ist eine ausreichende Narkosetiefe erreicht, wird der Patient über einen Beatmungsschlauch beatmet. Während der Narkose werden Körperfunktionen und Narkosetiefe vom Anästhesisten und seinem Team mit speziellen Geräten gemessen und gesteuert. Ist die Vollnarkose beendet, bleibt der Patient noch einige Zeit im Aufwachraum unter Kontrolle des Anästhesisten.

Während des zahnärztlichen Eingriffes wird zusätzlich ein Lokalanästhetikum appliziert, um auch nach Ende der Narkose eine Schmerzfreiheit zu gewährleisten und die Belastung durch die Narkosemedikamente auf ein Minimum zu reduzieren.

Vor einer Intubationsnarkose wird ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Arzt/ Zahnarzt sowie dem Anästhesisten geführt, mögliche Vorerkrankungen und Risiken werden abgeklärt. Außerdem empfehlen wir eine grundlegende körperliche Untersuchung durch den Hausarzt vor dem Eingriff in Vollnarkose.

Kassenleistung oder private Leistung?

Die Kassenzahnärztliche Vereinigung Baden Württemberg informiert (www.kzvbw.de, Stand März 2017):

„Die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten für eine Vollnarkose immer dann, wenn sie „medizinisch notwendig“ ist, also eine einfachere Form der Schmerzausschaltung nicht möglich ist. Bei folgendem Personenkreis wird die Notwendigkeit anerkannt:

– Kinder unter 12 Jahren, die nicht mit dem Zahnarzt zusammenarbeiten und deshalb unter örtlicher Betäubung nicht behandelt werden können

-Patienten, die wegen mangelnder Kooperation bei geistiger Behinderung oder schwere Bewegungsstörungen eine Vollnarkose brauchen

-Patienten, die schwere, ärztlich anerkannte Angstreaktionen zeigen und deshalb nicht unter örtlicher Betäubung behandelt werden können

-Patienten, bei denen Beruhigungsmittel oder örtliche Betäubungsmittel wegen einer organischen Erkrankung oder Allergie nicht eingesetzt werden dürfen

-Patienten, denen ein größerer chirurgischer Eingriff bevorsteht, der nicht unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann

Die Indikation zur Vollnarkose ist jeweils im Einzelfall, ggf. unter Hinzuziehung einer „fachärztlichen Diagnosestellung“ zu treffen (z. B. Angststörungen bei einem „Facharzt für Psychatrie“).